Ein Kranz aus Kerzen

Lucia ist die schwedische Lichterkönigin

Während hierzulande die zweite Kerze am Adventskranz brennt, wird in Skandinavien das Lucia-Fest gefeiert. Die namensgebende Märtyrerin trägt in vielen Darstellungen einen Kranz aus Kerzen auf dem Kopf, weswegen dieses Fest nach wie vor mit viel Kerzenschein gefeiert wird.

Das genaue Datum des Lucia-Festes ist der 13. Dezember. Dieses Datum markierte in den nördlichen Ländern lange Zeit den kürzesten Tag des Jahres und damit die Wintersonnenwende. Helligkeit und Freude sollen in die dunklen Tage gebracht und gleichzeitig gefeiert werden, dass die Tage wieder länger werden und das Licht langsam die Oberhand über die Dunkelheit gewinnt.

Dass man an einem solchen Tag einer christlichen Märtyrerin gedenkt, deren Name auf das lateinische „lux“, das Licht, zurückzuführen ist, macht Sinn. Die Heilige Lucia versorgte den Überlieferungen nach andere Frühchristen mit Lebensmitteln. Und um die Hände frei zu haben, trug sie das Licht in Form eines Kranzes aus Kerzen auf dem Kopf. Eine waghalsige Idee, die heutzutage teilweise wieder auflebt – dort, wo das Fest ganz besonders traditionell gefeiert wird.

In Schweden und anderen skandinavischen Ländern wird am Lucia-Fest eine Lichterkönigin gekrönt. Sie führt den Zug der weiß gekleideten Mädchen mit rotem Samtband und eben der Krone mit Kerzen auf dem Kopf an. Die Umzüge solcher Gruppen finden vielerorts statt, begleitet von traditionellem Gesang.

Eine interessante Variation des Lucia-Fests ist das Luzienhäuschen-Schwimmen in einzelnen oberbayrischen Städten. Auch dort hat die Verehrung der Heiligen Lucia Tradition. Jedoch werden hier infolge eines verheerenden Hochwassers im 18. Jahrhundert gebastelte Papierhäuser zu Wasser gelassen. Historisch betrachtet, kann das als Dank bzw. Bitte an den Fluss verstanden werden, die Anwesen zu verschonen. Und auch bei diesem Brauch werden die Häuschen erst bei Einbruch der Dunkelheit zu Wasser gelassen und mit einer brennenden Kerze beleuchtet.

Die Kerze und ihr Licht finden sich in unendlich vielen Traditionen und Feiern wieder. Ihre Symbolik mag sich ähneln, die Faszination bleibt dennoch ungebrochen.

 

26.11.2018

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